Karl-Goldschmidt-Preis und DECHEMA-Studentenpreis für CEC-Nachwuchswissenschaftlerinnen

Tabea Mußfeldt und Katrin Köhnke erhalten Auszeichnungen

Katrin Köhnke (li.) und Tabea Mußfeldt

Tabea Mußfeldt bei der Verleihung des Karl-Goldschmidt-Preises

Katrin Köhnke (2.v.r.) bei der Preisverleihung der DECHEMA-Studentenpreise

Im November haben gleich zwei junge Nachwuchswissenschaftlerinnen der Abteilung ‚Molekulare Kataylse‘ unter der Leitung von Prof. Walter Leitner, Auszeichnungen für ihre Abschlussarbeiten erhalten.

Tabea Mußfeldt, Ingenieurin in der Gruppe "Multiphasenkatalyse" unter der Leitung von PD Dr. Andreas Vorholt, wurde am 8. November für ihre herausragende Bachelorarbeit mit dem Karl-Goldschmidt-Preis ausgezeichnet.
Katrin Köhnke, Doktorandin in der selben Gruppe, erhielt am 29. November den DECHEMA-Studentenpreis (Fachbereich Technische Chemie) für ihre Masterarbeit.

Die beiden Nachwuchswissenschaftlerinnen haben während ihres Studiums herausragende Leistungen erbracht und die jeweilige Jury mit ihren Forschungsergebnissen überzeugt.

Der Karl-Goldschmidt-Preis wird von der Goldschmidt-Stiftung „in Erinnerung an das vor über 100 Jahren begonnene Wirken von Dr. Karl Goldschmidt als Vordenker der berufsbegleitenden Aus- und Weiterbildung" vergeben und soll junge Menschen fördern, "die sich über den Dritten Bildungsweg für ein Studium an einer deutschen Hochschule qualifiziert und dieses erfolgreich abgeschlossen haben". Dabei fokussiert sich die Stiftung auf hervorragende Abschlussarbeiten aus dem Bereich der Ingenieurwissenschaften.

In diesem Jahr hat die Jury Tabea Mußfeldt als Preisträgerin ausgewählt und ihre Bachelorarbeit mit dem Titel „Evaluierung des Mischverhaltens von Mehrphasensystemen unter Berücksichtigung verschiedener Reaktorengeometrien" ausgezeichnet. Ihre Arbeit ist ein "Baustein in der Herstellung von synthetischen Kraftsoffen" und ein innovativer Beitrag zu einem hoch aktuellen Forschungsbereich.
Ziel der Abschlussarbeit war es, das Mischverhalten eines in Anlehnung an die Hydroformylierung von 1-Octen festgelegten Argon/1-Octen/Wasser-Stoffsystems zu evaluieren. Berücksichtigt wurden dabei prozesstechnische Variablen wie die Reaktorgeometrie und der Dispersphasenanteil, die das makrodynamische Verhalten der Dispersion beeinflussen. Mithilfe einer bildbasierten Auswertung der Dispersionen erhielt Mußfeldt Einsicht in die tropfen- und blasengrößendefinierenden Phänomene.

Tabea Mußfeldt hat ihre Ausbildung zur Chemielaborantin am MPI CEC 2013 sehr erfolgreich abgeschlossen und wurde anschließend vom Institut übernommen. Ende 2017 übernahm sie das General Lab Management & Reaction Engineering in der Abteilung ‚Molekulare Katalyse‘ des MPI CEC. Darüber hinaus absolvierte Mußfeldt berufsbegleitend den Zertifikatslehrgang „Betriebsingenieur VDI“ und begann 2016 den Bachelorstudiengang „Engineering – Chemische Verfahrenstechnik“ an der Wilhelm Büchner Hochschule Darmstadt, den sie Anfang 2019 erfolgreich abschloss.

Der Karl-Goldschmidt-Preis ist mit 5.000 € dotiert.

In ihrer Masterarbeit mit dem Titel „Kristallisation als Recycling-Konzept in der Methoxycarbonylierung von Ölsäuremethylester“ beschäftigte sich Katrin Köhnke mit einer Recycling-Möglichkeit von Katalysatoren. Für diese Arbeit erhielt sie nun den DECHEMA-Studentenpreis.

Köhnke erklärt den Kern ihrer Arbeit folgendermaßen: "Das Recycling von Katalysatoren ist in der homogenen Katalyse immer eine besondere Herausforderung, weil alle Bestandteile gelöst vorliegen und die Abtrennung nicht ganz einfach ist. Es ist aber sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter ökologischen Gesichtspunkten sehr wichtig, die volle Kapazität der oftmals sehr aufwändig hergestellten Katalysatoren auszunutzen, und sie so oft wie möglich wiederzuverwenden.
Die Produktkristallisation ist eine besonders elegante Recycling-Variante, weil sie bei besonders milden Bedingungen funktioniert. Das spart Energiekosten und ist sehr schonend für das Katalysatorsystem. Außerdem erhält man das Produkt als Feststoff und in sehr hoher Reinheit, sodass man es direkt weiterverwenden kann. Ein gutes Beispiel ist Ölsäuremethylester. Er wird aus nachwachsenden Pflanzenölen gewonnen und eignet sich aufgrund seiner Löslichkeitseigenschaften in Methanol besonders gut für unsere Methode. Sie lässt sich aber natürlich auch auf andere Verbindungen anwenden."

Katrin Köhnke hat ihre Masterarbeit im Jahr 2018 am Lehrstuhl für Technische Chemie in Dortmund unter der Betreuung von Norman Herrmann, Dr. Thomas Seidensticker und Prof. Dieter Vogt geschrieben. Köhnke bedankt sich bei allen dreien für die hervorragende Betreuung, vor allem aber bei Prof. Vogt, der sie für den Preis vorgeschlagen und sich sehr für sie eingesetzt hat.

Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen der DECHEMA-Mitgliederversammlung in Frankfurt.

Die gesamte Belegschaft des MPI CEC gratuliert Tabea Mußfeldt und Katrin Köhnke ganz herzlich zu ihren großartigen Leistungen.

Link: Pressemitteilung der Karl-Goldschmidt-Stiftung

Link: Pressemitteilung der DECHEMA